Rating-Komitee

Transparent. Unabhängig

Ein essenzieller Bestandteil unserer Leistung ist die Validierung unserer Analysen durch das Rating-Komitee. Das Rating-Komitee ist ein Mechanismus zur Wahrung der Transparenz, Unabhängigkeit und Integrität unseres Rating-Prozesses und der daraus resultierenden Ratings.

Stimmberechtigte Mitglieder im Komitee werden auf Grundlage ihrer einschlägigen Berufserfahrung ausgewählt, wobei sich die Schwellenwerte für Dienstalter und Berufserfahrung in den Anforderungen des Rating Code of Conducts des Instituts für Wirtschaft- und Finanzmarktforschung für die Beschlussfähigkeit des Komitees widerspiegeln.

Entscheidungen im Komitee werden durch eine Mehrheitsentscheidung der stimmberechtigten Mitglieder des Komitees und nicht von einzelnen Mitgliedern getroffen. Von jedem Mitglied des Komitees wird erwartet, dass es bei der Entscheidungsfindung sein eigenes unabhängiges Urteilsvermögen einsetzt. 

Um die Integrität zu wahren, muss die Zusammensetzung des Komitees gegenüber allen Parteien vertraulich behandelt werden. Einzige Ausnahme sind internen Parteien, die diese Information zur Analyse und Erstellung von Ratings kennen müssen.

In Fällen, in denen Analysten nicht mit dem Rating des Komitees einverstanden sind, können diese Bedenken dem Komitee zugeteilt werden. Wir befürworten durch unsere Open Door Policy die kritische Kommunikation zwischen Analysten und Komitee. In letzter Instanz entscheidet das Komitee.

Dokumentation

Gemäß des Rating Code of Conducts des Instituts für Wirtschaft- und Finanzmarktforschung, hat der Lead-Analyst die Aufgabe, das Komitee in Form einer Dokumentation mit allen wichtigen Analysen sowie einer Ratingempfehlung, schriftlich dokumentiert in Kenntnis zu setzen.

Zusätzlich Informationen, die das Analysten-Team dem Komitee als Teil oder Addendum seiner Analyse schriftlich zur Verfügung stellen muss sind:

Ausschluss von Interessenkonflikten zwischen Analysten und Emittent

Bewertungsmethoden und Modelle

Genutzte qualitative und quantitative Informationen, ebenso – wenn mit in die Analyse einfliessend – Peer-Group-Vergleiche

Verifizierung der Vollständigkeit und Angemessenheit der Datensätze, sowie Dokumentation der Dateneingabe

Zeitraum der Analyse

Name, Position und Identität der beteiligten Analysten

Quantitativen und makroökonomische Annahmen

Der Bewertungsprozess umfasst typischerweise die Berücksichtigung von sowohl quantitativen als auch qualitativen Faktoren. Analysten haben die Aufgabe, dem Komitee zu erklären, welche Methoden aus welchem Grund genutzt wurden. Eine Übersicht der zur Auswahl stehenden Methoden finden sich im Rating Code of Conducts des Instituts für Wirtschaft- und Finanzmarktforschung. Für die Nutzung einiger Modelle benötigt es der Zustimmung des Komitees. Der Lead-Analyst hat die Aufgabe, sich vor Beginn seiner Analyse eine Zustimmung durch das Komitee einzuholen.

Ein Forschungsgebiet des Instituts für Wirtschaft- und Finanzmarktforschung sind makroökonomische Prognosen, die für Bewertungen genutzt werden können. Analysten haben die Aufgabe, dem Komitee zu erklären, unter welchen Prämissen Sektor-/Branchenausblicke im Vergleich zu anderen Variablen in die Bewertung mit eingeflossen sind.

Der Vorsitzende des Rating-Komitees

Die Rolle des Vorsitzenden ist die des Moderators. Der Vorsitzende hat die Aufgabe, eine breite Beteiligung aller Mitglieder des Komitees zu gewährleisten, unabhängig von Dienstalter und der Äußerung von abweichenden Meinungen.
In Fällen, in denen es wenig oder keinen Dissens über die Ratingempfehlung des Analysten-Teams gibt, kann es angebracht sein, dass der Vorsitzende die gegenteilige Position einnimmt, damit beide Seiten einer Frage vollständig diskutiert werden.
Der Vorsitzende hat die Befugnis, eine Unterbrechung einzuberufen, wenn er der Meinung ist, dass die Bewertung eine breitere Beteiligung erfordert oder dass zusätzliche Informationen zur Bewertung erforderlich sind.

Nur Manager mit dem Rang eines Geschäftsführers oder höher oder Personen, die einen nachweislichen Beitrag zur Wissenschaft geleistet haben (Dr. phil., Ph.D. oder Dr. rer. nat) sind berechtigt, als Vorsitzende des Komitees zu agieren.

Zusammensetzung des Rating-Komitees

Die Zusammensetzung des Rating-Komitees sollte je nach Art und Komplexität des Ratings variieren. Typischerweise enthält das Komitee die folgenden Positionen:

Vorsitzende, wirkt als Moderator des Komitees

Lead-Analyst, präsentiert und vertritt die Analyse des Teams

Ein weiterer Analyst aus dem Analysten-Team

Führungskräfte mit langjähriger Berufserfahrung

Ökonomen aus dem Bereich der Stochastik

Wissenschaftler (Dr. phil., Ph.D. oder Dr. rer. nat)

Die Teilnahme von Analysten aus anderen Analysten-Teams, um ein möglichst breites Meinungsspektrum zu bieten

Abstimmung

Das Rating-Komitee muss mit einer Mehrheitsentscheidung abschließen, d. h. mehr als 50 % der Stimmen müssen ein einzelnes Rating unterstützen. In Fällen, in denen wichtige Fragen mit weitreichenden Auswirkungen entschieden werden, ist es wichtiger, einen Konsens anzustreben.
Obwohl ein Konsens wünschenswert ist, kann er nicht immer erreicht werden. In dem Fall ist es die Verantwortung des leitenden Analysten und des Vorsitzenden, nach Kompromisspositionen zu suchen, die von einer Mehrheit aller Mitglieder getragen werden.

Der Vorsitzende des Rating-Komitees kann Meinungen äußern und Diskussionen anregen. Er darf aber seine Position und Autorität nicht dazu nutzen, Mitglieder unter Druck zu setzen, um in einer bestimmten Weise abzustimmen.

Für den Fall, dass keine Mehrheit erzielt wird, ist es die Aufgabe des leitenden Analysten oder Vorsitzenden, eine Kompromissposition zu finden, die von der Mehrheit der Komitee-Mitglieder unterstützt wird. Sollte auch dies nicht möglich sein, hat der Vorsitzende die Aufgabe, das Komitee personell zu erweitern, um die Wahrscheinlichkeit einer Mehrheit zu erhöhen. Zusätzliche personelle Erweiterungen dürfen nur Personen sein, die entweder einen originellen Beitrag zur Wissenschaft geleistet haben ( Dr. phil., Ph.D. oder Dr. rer. nat), oder Führungskräfte mit dem Rang eines Geschäftsführers oder höher.

Ablauf der Abstimmung

Am Ende der Sitzung werden alle stimmberechtigten Teilnehmer des Rating-Komitees zur Stimmabgabe aufgefordert. Jedes stimmberechtigte Mitglied hat eine Stimme, wobei alle Stimmen das gleiche Gewicht haben. Die Abstimmung beginnt mit der Stimmenabgabe des leitenden Analysten. Anschließend werden die Stimmen aller anderen Teilnehmer des Komitees eingeholt, wobei der Vorsitzende zuletzt abstimmt. Um ein unabhängiges Denken zu fördern, werden alle Teilnehmer darum geben, zusätzlich zur Stimmenabgabe eine kurze Begründung für ihre Schlussfolgerung zu liefern.

Veröffentlichung & Monitoring

Bewertungen werden der Öffentlichkeit kostenlos in Form einer Publikation auf finanzmarktforschung.de mitgeteilt und zusätzlich an die dpa gesendet. Veröffentlichungen enthalten neben dem eigentlichen Rating die wichtigsten Kriterien, die der Bewertung zugrund liegen.
Gemäß des Rating Code of Conducts des Instituts für Wirtschaft- und Finanzmarktforschung muss jede Veröffentlichung einen Verweis auf die Methodik, die bei der Bestimmung des Ratings verwendet wurde, oder eine Beschreibung zur Methodik enthalten. Sollte die Beurteilung mit begrenzten historischen Daten erfolgt sein, verlang der Rating Code of Conduct das diese Einschränkung bei der Veröffentlichung hervorgehoben wird.

Der Ratingprozess ist ein kontinuierlicher Prozess. Ratings werden, sofern sich die Datengrundlage ändert, aktualisiert und durch das Rating-Komitee quartalsweise überprüft.

Rücknahme eines Ratings

Sollte das Rating-Komitee bei der quartalsweisen Überprüfung zu der Meinung kommen, dass nicht über ausreichende Informationen verfügt wird, um ein fundiertes Rating zu vergeben oder aufrechtzuerhalten, wir von der Veröffentlichung eines neuen Ratings Abstand genommen oder ein bestehendes Rating zurückgezogen.

Für Redaktionen

Registrierte Journalisten / -innen erhalten auf finanzmarktforschung.de einen kostenfreien Zugang zu umfassenden wissenschaftlichen Studien und wertvolle Analysen als Grundlagen für Ihre Berichterstattung.